Wenn man die Architektur als diejenige kulturelle Praxis definiert, mit der sich der Mensch eine seinen sich gleichbleibenden wie auch verändernden Bedürfnissen angemessene, von der Natur verschiedene Umwelt schafft, dann ist die architektonische Praxis immer auch philosophisch. Denn der Architekt ist mit der Frage konfrontiert, was denn für den Menschen in der betreffenden Zeit und Situation angemessen ist. Welche Gestalt soll die Architektur haben, aus welchen Materialien, Formen und Figuren soll sie bestehen? Angemessenheit kann sich ja auf unterschiedliche Art und Weise artikulieren, denn angemessen für das menschliche Leben kann eine Bambushütte in Kambodscha sein, eine Gründerzeitvilla in Berlin-Zehlendorf oder auch eine Kommunalka im Moskau der 1930er-Jahre. Selbst ein Bunker, so unwirtlich er auch sein mag, kann in Zeiten des Krieges für das Überleben gerade angemessen sein. Mit der Angemessenheit zeigt sich die architektonische Praxis von philosophischen Fragen durchdrungen, die Philosophie mithin als architektonische Praxis. Mit der Angemessenheit als dem zentralen Grundbegriff der Architektur kann die Architektur nicht anders als Philosophie sein, umso mehr in einer sich schnell ändernden Zeit.
- Prof. Dr.-Ing. habil., M. S. Jörg H. Gleiter
Wenn man die Architektur als diejenige kulturelle Praxis definiert, mit der sich der Mensch eine seinen sich gleichbleibenden wie auch verändernden Bedürfnissen angemessene, von der Natur verschiedene Umwelt schafft, dann ist die architektonische Praxis immer auch philosophisch. Denn der Architekt ist mit der Frage konfrontiert, was denn für den Menschen in der betreffenden Zeit und Situation angemessen ist. Welche Gestalt soll die Architektur haben, aus welchen Materialien, Formen und Figuren soll sie bestehen? Angemessenheit kann sich ja auf unterschiedliche Art und Weise artikulieren, denn angemessen für das menschliche Leben kann eine Bambushütte in Kambodscha sein, eine Gründerzeitvilla in Berlin-Zehlendorf oder auch eine Kommunalka im Moskau der 1930er-Jahre. Selbst ein Bunker, so unwirtlich er auch sein mag, kann in Zeiten des Krieges für das Überleben gerade angemessen sein. Mit der Angemessenheit zeigt sich die architektonische Praxis von philosophischen Fragen durchdrungen, die Philosophie mithin als architektonische Praxis. Mit der Angemessenheit als dem zentralen Grundbegriff der Architektur kann die Architektur nicht anders als Philosophie sein, umso mehr in einer sich schnell ändernden Zeit.
- Prof. Dr.-Ing. habil., M. S. Jörg H. Gleiter